KW 41: Batterien für ein Solarfeld und Bagger nach Bremerhaven

Montag Abend um 22 Uhr starten wir an der Niederländischen Grenze eine 800 km Strecke bis kurz vor die Österreichische Grenze. Zwei Kollegen begleiten mit mir drei 45 Tonnen schwere Batterien für ein Solarfeld.

In der ersten Nacht schaffen wir 520 km. Ich hatte zwischendurch eine müde Phase, in der ich die Musik etwas lauter drehen musste, aber im Großen und Ganzen kam ich mit der langen Nachtfahrt ganz gut klar.

Die drei LKWs sind dann für den Aufenthalt über den Tag an der A6 auf den Autohof Alfeld gefahren.

Mein Kollege hat bereits einen Wanderparkplatz in der Nähe angepeilt, auf dem wir erst einmal ein paar Stunden schlafen und dann den Tag verbringen. Zu dem Parkplatz gehört ein Walderlebnispfad, auf dem ich mich ein bisschen bewegen und den Kopf frei machen kann.

Von 18 Uhr bis Mitternacht lege ich mich hin und schlafe vor. Um 1:30 Uhr starten wir dann alle vom Autohof in die zweite Etappe.

Die zweite Etappe läuft gefühlsmäßig sogar noch etwas besser, als die erste.

Um 6 Uhr in der Früh kommen wir am Solarfeld an. Wir rangieren die LKWs auf die Baustelle. Unsere Sprinter können wir außerhalb der Absperrung abstellen und uns für ein paar Stunden hinlegen.

Als ich um 9 Uhr wach werde, ist mein LKW bereits entladen. Der Kran stand bereits an einem Nachbar-Solarfeld und der LKW musste nur ein paar Meter zurück setzen.
Dann wurde der Kran versetzt, um den zweiten LKW zu entladen. Der Kran muss dafür ab- und wieder aufgebaut werden. Bei einem Kran für unsere 45 Tonnen schwere Last dauert das etwa eine Stunde. Das eigentliche Abladen des Batterie-Containers dauert dann gerade einmal 15 Minuten.
Für den dritten LKW muss der Kran dann wieder ein Stück versetzt werden. Um 12 Uhr sind dann alle LKWs entladen und auf dem Rückweg.

An sonnenstarken Tagen ist es so, dass Mittags mehr Solarstrom erzeugt, als gebraucht wird. Damit ist der Preis für den erzeugten Strom sehr niedrig. Nach Sonnenuntergang steigt der Preis, weil Strom wieder knapp ist. Mit den Batterien kann der billige Mittags-Strom gespeichert und zu einem höheren Preis abends verkauft werden. Dadurch verdient man als Betreiber mit den Batterien Geld.
Bisher sind diese Batteriespeicher an den Solar-Feldern noch nicht sehr verbreitet. Dafür waren die Preise für diese Technik in der Vergangenheit noch zu hoch und die Leistung zu gering.

Am Nachmittag bin ich durch das Dörfchen Ering geschlendert. Viel Zeit konnte ich mir dafür nicht nehmen, denn in Wackersdorf wartet um 22 Uhr mein nächster Auftrag auf mich. Um vorher noch ein paar Stündchen schlafen zu können, muss ich mich bald auf die 2,5 Stunden dauernde Anfahrt machen.

Der freundliche LKW-Fahrer empfängt mich bei meiner Ankunft mit der Frage: „können wir anstatt 22 Uhr schon um 20 Uhr starten? Ich würde die Strecke gerne in einer Nacht durchfahren.“

Nicht schlafen und dann nahezu 800 km durchfahren. Meine Begeisterung hält sich in Grenzen.
Er lässt dann auch schnell von der Idee ab, weil er selbst weiß, dass es anstrengend ist und mit einer größeren Störung (z.B. Stau) direkt unerreichbar wird.
Auf seinem Trailer steht ein 51 Tonnen schwerer, nagelneuer Umschlagbagger. Kein Bagger zum Graben, sondern um Teile zu bewegen (z.B. Holz oder Schrott).
Zusammen mit dem LKW ergibt das 85 Tonnen. Mehr als das doppelte Gewicht eines normalen LKWs.
Vor der Abfahrt füllt er 1.150 Liter Diesel in seinen LKW. Das entspricht einem Wert von 2.500 €.

Die Breite von 3 Metern stellt uns auf der Strecke vor keine großen Herausforderungen, aber Anstiege auf der Autobahn zuckelt der Volvo teils mit 40 bis 50 km/h hoch.

Am frühen Morgen stellen wir uns auf einen Autobahn-Parkplatz. Ich konnte in der letzten Stunde kaum noch meine Augen offen halten, bin hundemüde und lege mich ins Bett.
Nach einer Stunde bin ich wieder wach, kann nicht mehr schlafen. Meine innere Uhr will morgens um 9 Uhr aufstehen. Das war gestern so und heute wieder.
Da es draußen regnet, beschäftige ich mich am PC.
Am Nachmittag lege ich mich nochmal für ein paar Stunden hin.

Um 18 Uhr starten wir die zweite Etappe. Nach gut 2 Stunden sind wir am Hafen von Bremerhaven. Dort fährt der LKW auf ein Betriebsgelände. Ich esse auf einem großen Parkplatz im Hafengebiet zu Abend. Gerne hätte ich mir auch Bremerhaven mal angeschaut, aber ich finde dafür auf der Map keinen geeigneten Parkplatz.

Somit fahre dann Richtung Hamburg auf einen Parkplatz an der Landstraße. Hier kann ich bis 9 Uhr ausschlafen und schaue dann aus meinem Auto den Kranichen auf dem vor mir liegenden Stoppelfeld zu. Sie scheinen sich dort zu stärken, mal starten sie, mal landen sie. Das Landen gegen den Wind sieht aus, als würde es in Zeitlupe geschehen.

Am Freitag Abend muss ich um 19 Uhr bei Airbus in Hamburg sein und einen LKW mit zurück zur Niederländischen Grenze nehmen. Zwei weitere Begleiter sind bereits dort. Die drei LKWs kommen pünktlich aus dem Werkstor. Vor uns liegen 540 km, für die wir inklusive obligatorischer Pause 7,5 Stunden brauchen werden. An der Grenze angekommen, schwatzen wir Begleiter noch ein habes Stündchen, dann fahre ich nach Eschweiler auf meinen bewährten Parkplatz und lege mich um 3:30 Uhr ins Bett.
Um 7:30 Uhr holt mich mein Wecker aus dem Schlaf. Nach dem Frühstück breche ich auf und bin zwei Stunden später zuhause.

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