Am Wochenende habe ich mein neues Sitzkissen fertig gemacht. In dem Begleitfahrzeug ist eine hölzerne Sitzbank, in der die Standheizung untergebracht ist und in der ich auch Sachen (z.B. Sprudel-Flaschen) verstauen kann. Der Sitzkomfort ist jedoch nur sehr mäßig.
Bisher habe ich eine Sitzauflage aus einem Gartenstuhl genutzt. Diese ist jedoch zu weich und ich drücke mit den Knochen aufs Holz durch.
Im Nachlass meiner Mutter habe ich von ihr aus Schafwolle selbst gesponnene und gestrickte Kissenbezüge gefunden. Wofür die mal gemacht wurden, lässt sich nicht nachvollziehen. Aber für meinen Zweck sind sie ideal.

Dazu habe ich mir 4 cm dicken und festen (RG40 / SH70) Schaumstoff besorgt. Die Lehne habe ich mit einem nur 2 cm dicken und weichen Schaumstoff gepolstert. Aber zum ergonomisch sinnvollen Anlehnen steht die Lehne ganz generell viel zu steil.
Angesichts der feuchteren Wetterlage habe ich in dieser Woche relativ viel darauf gesessen und bin bisher ganz zufrieden.
Die erste Tour dieser Woche startet am niederländischen Grenzübergang Elten. Um Mitternacht stehe ich auf und düse über leere Straßen dorthin. Nach Monaten mit ausschließlich kurzer trage ich heute bei 17 °C mal wieder eine lange Hose.
Um 2:50 Uhr starten wir mit einer 4,35 m breiten Ladung. Es sieht aus, wie ein großes, rundes Maschinenteil.
Wir fahren die leere A3 herunter und sind kaum eine halbe Stunde später an der Abfahrt Hünxe. Dort warten bereits 3 Kollegen von mir, um als BF4 uns den Gegenverkehr zu sichern.
Ich stelle mich in eine ruhige Nebenstraße und lege mich wieder hin. Am Morgen werde ich durch Regen geweckt, der auf mein Dach klopft. Heute kommt endlich der anhaltende Landregen, auf den wir seit Wochen sehnsüchtig warten. Das Auto zu verlassen, da ist mir aber nun gar nicht nach. Da ich hier am Rande des Industriegebiets gutes Internet habe, muss ich das auch gar nicht.
Für mein Mittagessen habe ich heute die Mikrowelle im Kofferraum stehen lassen. Ein Verlängerungskabel macht es möglich. Das wird wohl jetzt der Standard werden.
Nach dem Essen breche ich nach Holland auf. Ein Mobilkran soll in einen Windpark begleitet werden. Der Kunde hat den Wunsch geäußert, dass wir sie bei der Firma in Holland abholen. Das kommt mir sehr gelegen, da steuere ich in Enschede doch auf dem Weg direkt mal einen Aldi an und fülle meine Vorräte, wie Pindakaas, Frühstückskuchen und Vla, auf.
Auf dem Aldiparkplatz gesellt sich mein Kollege zu mir und wir fahren gemeinsam zum Kranverleih.
Wir begleiten einen fünfachsigen Growe Kran (60 t) und seinen Ballast LKW (88 t). Damit so ein Kran bei seiner Arbeit nicht umkippt, verwendet er schwere Kontergewichte. Neben diesen Gewichten ist auf dem LKW ein Wohncontainer für den Kranfahrer und ein PKW. Man will ja am Wochenende auch nach Hause fahren.
Der Kranfahrer mach einen sehr sympathischen, und fröhlichen Eindruck und spricht hervorragend deutsch. Der LKW-Fahrer ist der ruhigere von den beiden.

In Holland dürfen wir nicht begleiten, die Verkehrszeichen bleiben also erstmal eingeklappt.
Viel Verkehr ist nicht, es läuft gut. Wir haben aber mitbekommen, dass auf der A2 bei Kamen eine Vollsperrung ist. Ein Schwertransport ist in der Nacht nach einem Reifenplatzer umgekippt und der transportierte Bagger liegt auf der Autobahn. Laut Verkehrshinweisen dauern die Bergungsarbeiten bis zum Morgen.
Dort angekommen werden wir von der Autobahn abgeleitet und halten bei nächster Gelegenheit an. Wir stecken die Köpfe und Handys zusammen und überlegen, wie wir jetzt weitermachen.
Wir finden schließlich einen machbaren Weg, der uns wieder auf die Autobahn führt.
Beim letzten Rasthof vor dem Windpark fahren wir ab. Der Kran soll nochmal vollgetankt werden, da er dann für einen Monat im Windpark ist. Vor uns steht ein LKW an der Zapfsäule. Der Fahrer zeigt auf seine Uhr und redet was von 10 Minuten. Macht der hier Pause? An der Zapfsäule?
Mein Fahrer meint, er schafft es an die linke Säule. Die ist versetzt und hier demonstriert der Kran mal, wie wendig er sich mit Allradlenkung manövrieren lässt.
Allerdings kommt aus der Säule kein Sprit. Der Kassierer meint, die Säulen laufen erst wieder nach Mitternacht.
Wir sind an einer Rasthof-Tankstelle auf einer deutschen Bundesautobahn und hier gibt es zwischen etwa 23:45 und 0:00 Uhr keinen Kraftstoff? Wer hat sich das denn ausgedacht?
Es ist 23:54 Uhr und mein Fahrer will weiter. Auch ohne Sprit.
Ich nehme an, der Grund ist die Lenkzeit des LKW-Fahrers. Die kommt langsam an ihre Grenze. Sie könnten zwar tauschen, denn der Kran als Fahrbare Arbeitsmaschine hat keine Tacho-Karte. Das wäre rechtlich sogar in Ordnung, aber nur eine Notlösung.

Auf dem letzten Abschnitt zwischen Autobahn und Windpark ist so gut wie niemand unterwegs. Hier kommen wir gut durch und sind um 0:30 Uhr im Windpark.
Ich fahre 500 m weiter, auf einen kleinen, abgelegenen Wanderparkplatz und lege mich ins Bett.

Am nächsten Tag drehe ich natürlich auch eine Runde durch den Wald.
Hier gab es im Mittelalter eine Stadt (Landsberg), von der noch ein gut erhaltener und begehbarer, äußerer Wall besteht.

Für meinen nächsten Auftrag muss ich 500 km in den Süden anfahren. Auf halber Strecke kommt die Info, dass ich den Transport mit einem Kollegen tauschen soll. Als ich die Nachricht bekomme, fahre ich erstmal am nächsten Parkplatz (A5 Wachenburg) raus. Auf dem Weg zum Klo gehe ich an einem weißen Van vorbei, neben dem die Schwester (Johanna) von Charly Klauser und ihre komplette Band steht. Ich sag: hallo, du bist doch …
Vor dem Klo kommt mir dann Charly entgegen: hallo, ich kenn dich …

Charly ist ein absolutes musikalisches Talent, ich verfolge ihre Karriere seit fast zwei Jahrzehnten. Neben ihrer eigenen Band spielt sie unter anderem bei Peter Maffays Live-Konzerten mit und Schlagzeug in der Carolin Kebekus Show beim WDR. Jetzt sind sie gerade auf dem Weg zum Goldgelb Festival Aichwald-Krummhardt (hinter Stuttgart). https://charlyklauser.com/
Transportiert wird eine 3,90 m breite, große Holzkiste mit einem Maschinenteil (auf dem Foto rechts). Mein Kollege hat die gestern bis zur Raststätte Montabaur gebracht und ich begleite sie weiter nach Holland.

Dabei muss eine Autobahn-Baustelle über eine Landstraße umfahren werden. Dafür benötigen wir Polizeibegleitung und ich muss das heute zum ersten Mal organisieren. Von unserer Dispo wird das vorab angemeldet und ich muss dann rechtzeitig Kontakt mit der Polizei aufnehmen, damit die wissen, wann wir kommen.
Das klappt gut, die freundliche Streifenwagenbesatzung ist pünktlich und warnt für uns mit Blaulicht den Gegenverkehr vor.
Abgesehen von einer einspurigen Nachtbaustelle, wo wir so gerade eben durchpassen, läuft es ohne Probleme und wir sind um 0:45 Uhr an der niederländischen Grenze.
Weil es noch nicht so spät ist und ich relativ nah an Zuhause bin, nutze ich die freien Straßen und bin um 2:00 Uhr zuhause.
