Wir bringen ein mobiles Kühlhaus zu einem fleischverarbeitenden Betrieb in Schwielowsee vor Potsdam.
Mein erster Transport, bei dem ich als Begleiter komplett alleine war. Hat aber alles sehr gut geklappt.

Der holländische Fahrer war sehr nett, konnte gut deutsch und während der Pause haben wir über dies und jenes geredet.
Ich sagte ihm, dass ich schonmal mit seiner Firma gefahren sei und eine Laser-Bearbeitungsmaschine nach Gera gebracht habe.
Ach, sagt er: Mit P und G.
Ja genau, sage ich, das weißt du?
Wir sind keine so große Firma, erwidert er. Das war doch deine erste Tour.
Da war ich platt. Woher weißt du das? Das hat mir P erzählt.
Nach dem Transport stand ich wunderschön an der Havel. Zum Glück habe ich kein Wohnmobil, sonst dürfte ich hier gar nicht stehen.


Kurz nach meiner Ankunft tauchte die Polizei hier auf. Sie standen am anderen Ende des Parkplatzes und ich bin hin und habe gefragt, ob es ein Problem sei, wenn ich mit meinem BF3 hier nächtigen würde.
Nö, mach ruhig, sagten sie. Sie fragten dann, ob ich laute Musik gehört hätte, was ich verneinte.

Nach dem Frühstück bin ich ein Stück am Wasser entlang gelaufen. Dort fährt fleißig eine Seilfähre hin und her. Die Technik musste ich mir natürlich etwas genauer anschauen.

Am nächsten Tag bin ich zum Hafen in Rostock gefahren, um eine neue Windrad-Rotornabe an die Holländische Grenze zu begleiten.

Der muntere holländische Fahrer sagte direkt, wenn wir an der Brücke nicht zu viel Zeit verlieren, dann will er in einer Nacht durchfahren.
Mit „die Brücke“ meint er die Norderelbbrücke. Normaler Verkehr darf dort wegen der Statik nur noch mit 60 km/h fahren, was durch Blitzer überwacht wird. Schwertransporte nur alleine in Schrittgeschwindigkeit.
Wir fahren, unterstützt durch zwei ortskundige BF4 Fahrzeuge, an die Brücke heran. Die dreispurige A1 wird in beiden Fahrtrichtungen komplett gesperrt. Dann bekommt der LKW die Freigabe, mit Schrittgeschwindigkeit über die Brücke zu fahren. Ist er auf der anderen Seite angekommen, dürfen auch wir hinterher fahren. Dann darf der nächste Transport auf der Gegenrichtung oder hinter uns losfahren.
An schlechten Tagen kann man hier durchaus 3 Stunden warten müssen, wir brauchten nur etwa eine halbe.
Überrascht haben mich im weiteren Verlauf beim Auffahren auf die A1 Oberleitungen, mit denen elektrische LKWs während der Fahrt geladen werden können. Die hängen für unsere Ladung zu tief. Mein Kollege rief dann hektisch über Funk, dass unser LKW links fahren und ich dort sperren muss.
Gut, das nächste Mal weiß ich direkt Bescheid.
Wobei diese Oberleitungen keine Funktion mehr haben. Unser damaliger Verkehrsminister Andi Scheuer hat aber nicht geregelt, wer die nach dem Feldversuch wieder abbaut. Deshalb gammeln sie dort so vor sich hin.
Dann fiel mir auf, dass unter dem Trailer Funken herausspringen. Dazu muss man wissen, dass unser Tiefbett-Trailer gerade einmal 9 cm Bodenfreiheit hat. Den Trailer kann man in der Höhe verstellen und er muss so eingestellt werden, dass man unter den Brücken durchkommt und dennoch nirgends aufsetzt.
Weil der nächste Parkplatz für unseren breiten Transport viel zu zugeparkt war stoppte der Fahrer in der Auffahrt des Parkplatzes. Ich sicherte den noch zum Teil auf der ersten Spur stehenden LKW nach hinten ab.
Dann vielen mir die eindringlichen Worte eines Kollengen ein: dieser Fall wird irgendwann kommen und dann bleib bloß nicht im Auto sitzen! Wenn von hinten einer pennt, dann wirst du zwischen zwei LKWs komprimiert, da bleibt nichts von dir übrig. Seinem Rat folgte ich dann auch.
Die Funken stammten von einem herunterhängenden Ende einer Stahl-Kette, mit der die Rotornabe auf den Trailer gespannt wurde.
Morgens um 5:30 Uhr erreichten wir dann die niederländische Grenze.
Mit Müdigkeit hatte ich diesmal gar keine Probleme. Dank Vorschlafen und zwei Coffein-Tabletten.
An der Grenze habe ich diesmal jedoch nicht den Fehler gemacht, direkt weiter nach Hause zu fahren. Ich habe mich für drei Stunden hingelegt. Dann gefrühstückt, bin nach Oberhausen zu Engelbert Strauß und dann nach Hause gefahren. Mit den drei Stunden Schlaf bin ich dann auch gut über den Freitag gekommen.
