Begleitfahrzeuge dienen, auf Anordnung der Straßenverkehrsbehörden, der Absicherung von Großraum- und Schwertransporten gegenüber dem übrigen Kraftfahrzeugverkehr in Deutschland.
Je nach Aufgabe sind die Fahrzeuge als BF2, BF3 oder BF4 ausgerüstet.
BF2 warnt mittels gelbem Rundum-Blinklicht.
BF3 (und BF3 plus) verfügt darüber hinaus über eine nach hinten abstrahlende Wechselverkehrszeichen-Anlage. Bei BF4 ist diese WVZ-Anlage um 360° drehbar. BF4 müssen zudem Schwefelgelb sein.
Das Anordnen von Verkehrszeichen ist in Deutschland eine hoheitliche Aufgabe. Diese wird von den für den jeweiligen Verkehrsraum zuständigen Behörden oder der Autobahn GmbH vorgenommen. Dem Begleitfahrer muss vor dem Anzeigen eines Verkehrszeichens auf seiner WVZ eine solche Anordnung vorliegen. Darüber hinaus benötigt er eine Berechtigung (BF3 Schein), dass er auf die Begleitung mit WVZ geschult wurde.
Ein Verstoß gegen die angezeigten Verkehrszeichen ist natürlich ein Verstoß gegen die StVO, ist strafbar und hat haftungsrechtliche Folgen.
Alle Begleitfahrzeuge müssen über Funk miteinander und mit dem LKW-Fahrer kommunizieren können.
Grundsätzlich darf nach StVO ein Fahrzeug auf deutschen Straßen maximal 2,55 m breit, 4 m hoch, je nach Bauart bis zu 18,75 m lang sein und max. 40 Tonnen wiegen. Für Fahrzeuge oder Transporte, die diese Grenzwerte nicht einhalten, können Ausnamegenehmigungen erteilt werden.
Schwertransporte dürfen nur durchgeführt werden, wenn dafür bei der zuständigen Behörde eine Genehmigung beantragt und zugeteilt wurde. In dieser Genehmigung ist genau angegeben, ob und wie viele Begleitfahrzeuge notwendig sind, welche Route genommen und wie kritische Bereiche (Engstellen, Brücken, etc.) zu fahren sind. Die LKW-Fahrer müssen die Vorgaben in der Genehmigung genau so umsetzen, die Begleitfahrer unterstützen sie dabei. Die Verantwortung für den Transport liegt in der Regel beim LKW-Fahrer.
In Deutschland werden Schwertransporte vorwiegend nachts zwischen 22 Uhr und 6 Uhr genehmigt. Dies führt bei LKW- und Begleitfahrern zu besonderen Herausforderungen bei den Arbeits- und Ruhezeiten.
Begleitfahrzeuge für den Fernverkehr sind innen in der Regel zum einfachen Wohnen und Übernachten ausgebaut. Neben einem Bett findet man meistens eine Standheizung, Kühlschrank und Spülbecken. Häufig auch eine Stromversorgung mit 220 V Wechselrichter.
Unter Umständen sind nicht alle Maßnahmen der Begleitfahrer für andere Verkehrsteilnehmer sofort nachzuvollziehen. So dient langsames Fahren und ein großzügiger Abstand zum LKW keineswegs dazu, den folgenden Verkehr zu provozieren. Meist dürfen in dieser Situation Brücken nur allein und mit niedriger Geschwindigkeit von dem Transport befahren werden.
Vermeiden Sie zu ihrer eigenen Sicherheit bei einer Begegnung mit einem Schwertransport riskante Fahrmanöver. Machen Sie sich klar, dass der LKW-Fahrer aufgrund übergroßer Ladung nach hinten fast nichts sieht.
Bei langen Transportfahrzeugen kann der folgende Begleitfahrer die hinteren Achsen des Transports über eine Fernbedienung eigenständig lenken. Anders wären enge Kurven oder Kreisverkehre gar nicht zu fahren.
Quetscht sich ein unbeteiligter Verkehrsteilnehmer zwischen LKW und Begleitfahrzeug, so kann der Begleiter dieser Aufgabe nicht mehr nachkommen. Vermeiden sie generell, sich zwischen LKW und Begleitfahrzeug einzureihen.
Das Befahren des Standstreifens von Autobahnen ist in Deutschland nicht erlaubt. Das gilt auch für Schwertransporte. Wir würden es gerne machen, um aufgestauten Fahrzeugen das Überholen zu ermöglichen, aber wir dürfen es nicht.
Sind während des Transports weitgehende Eingriffe in den Verkehr notwendig, begleitet und sichert auch die Polizei. In der Vergangenheit war das die Regel. BF4 ist ein erster Schritt, die Polizei zu entlasten und bei Standardsituationen bestimmte Aufgaben auf die Begleiter zu übertragen. Ein Beispiel ist das Sperren von Kreuzungsbereichen und das Stoppen des Gegenverkehrs.
Seit August 23 gibt es in Deutschland die Straßenverkehr-Transportbegleitungsverordnung (StTbV). Diese ermöglicht über BF4 hinaus eine Transportbegleitung mit Anordnungsbefugnis.
Diesen erfahrenen und umfassend ausgebildeten Transportbegleitern werden Befugnisse von staatlichen Stellen übertragen (beliehen), sie handeln damit in staatlichem Auftrag und haben in ihrem Aufgabenbereich vergleichbare Rechte wie die Polizei.
Da Schwertransporte von den Ländern geregelt werden, ist auch die Situation in den verschiedenen Bundesländern unterschiedlich. In Bayern wird, Stand 2026, die Begleitung mit Anordnungsbefugnis bereits umfangreich praktiziert. In NRW dagegen noch fast gar nicht.
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